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Emissionsmessungen bei der Verbrennung von Heupellets in einem Heizkessel mittlerer Leistung mit Gewebefilter

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2014

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Beschreibung

Um die energetische Verwertung von Landschaftspflegeheu sowie von Heu minderer Qualität in Baden-Württemberg voranzubringen, wurde das Emissionsverhalten eines, laut Herstellerabgaben, für diesen Brennstoff geeigneten Heizkessels untersucht. Dieser war mit einem nachgeschaltetem Multizyklon sowie Gewebefilter ausgerüstet. Bei den Verbrennungsversuchen wurden zwei unterschiedliche Heuqualitäten als Pellets eingesetzt, die sich im Wesentlichen durch den Chlorgehalt im Brennstoff unterschieden. Neben polychlorierten Dibenzodioxinen und -furanen (PCDD/F) und polyzykIischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAH) wurden auch die Emissionskomponenten Staub, CO, gasförmige organische Verbindungen (VOC), NOx, anorganische gasförmige Chlorverbindungen sowie Schwefeloxide bei unterschiedlichen Lastzuständen (Volllast, Teillast, Gluterhaltbetrieb) gemessen.
Das besondere Abbrandverhalten der Heupellets sowie technische Unzulänglichkeiten der Anlagenkonfiguration führten bei den Untersuchungen zu folgenden zusammengefassten Ergebnissen:

  • Ein störungsfreier Kesselbetrieb war wegen Verschlackungen im Feuerraum nicht möglich.
  • Undichtigkeiten im Bypass des Gewebefilters führten zu hohen Staubkonzentrationen im Reingas.
  • Durch einen fehlerhaften Kesseltemperaturwächter konnte bei den ersten Verbrennungsversuchen kein stabiler Lastpunkt erreicht werden.
  • Mit beiden untersuchten Heuqualitäten konnten die Grenzwerte der TA Luft für die Komponenten NOx und SOx durchgängig und für VOC überwiegend und für HCI bei Teillast eingehalten werden.
  • Ansonsten wurden die Grenzwerte der TA Luft für Staub und CO durchgängig, für VOC, HCl und für PCDD/F teilweise überschritten.

  • Insgesamt stellte sich bei den Untersuchungen heraus, dass die untersuchte Anlagenkonfiguration bei der Verbrennung von Heupellets aufgrund von massiven Betriebsproblemen nicht praxistauglich ist und bei wichtigen Komponenten die Grenzwerte der TA-Luft nicht einhalten kann. Um die gesetzlichen Anforderungen und auch eine volle Praxistauglichkeit der Anlage zu erreichen, ist eine Weiterentwicklung des Heizkessels und des Gewebefilters notwendig.