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Tumorpromotion durch nicht-dioxinartige polychlorierte Biphenyle (PCB)

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Schrenk, Dieter

2001

Projektbericht - Abschlussbericht

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Beschreibung

Die polychlorierten Biphenyle (PCBs) stellen eine der wichtigsten Gruppen von persistenten organischen Umweltkontaminanten dar. Sie reichern sich im menschlichen Körper an und werden z.B. mit der Muttermilch an gestillte Säuglinge weitergegeben. Darüber hinaus sind sie in vielen höheren Tieren zu finden und werden dort für Störungen des Immunsystems und der Fortpflanzung verantwortlich gemacht.

Ein wichtiger Gesichtspunkt bei der toxikologischen Bewertung von PCBs ist deren krebsfördernde (tumorpromovierende) Eigenschaft. Bei der Bewertung einzelner aus den 209 möglichen PCB-Substitutionsisomeren (Kongeneren) werden die ‚dioxinartigen‘ mit Äquivalenzfaktoren (Toxicity Equivalency Factors; TEFs) belegt. Durch Multiplikation des jeweiligen Äquivalenzfaktors mit dem Gehalt einer Probe (Lebensmittel, Raumluft, Boden etc.) und Aufsummierung der so erhaltenen Werte ergibt sich ein Summenparameter (Toxizitätsäquivalente; Toxicity Equivalents; TEq), der sich bei der Risikobewertung dieser Untergruppe bewährt hat.

Ein vergleichbares Verfahren für die 'nicht-dioxinartigen‘ PCBs ist derzeit nicht in Sicht. Dies beruht vor allem auf einem unzureichenden Verständnis der spezies- und zellspezifischen Wirkmechanismen dieser Untergruppe auf Molekularebene.

Im abgeschlossenen Vorhaben sollte ein zentraler Mechanismus der tumorpromovierenden Wirkung von Fremdstoffen, die Hemmung der Apoptose (programmierter Zelltod), untersucht werden. Für eine Reihe von Tumorpromotoren wurde nämlich gezeigt, dass sie die Apoptose von Krebsvorstufen (Präneoplasien) in der Leber von Nagern effektiv unterdrücken können. Die Konsequenz dieser Wirkung ist eine indirekte Förderung des klonalen Wachstums derartiger Vorstufen, welche mit einem erhöhten Risiko der Ausbildung maligner Tumorzellen einhergeht. In einem in-vitro Modell sollte die Wirkung von tumorpromovierenden, `nicht-dioxinartigenA PCBs auf die Apoptose in Rattenhepatozyten in Primärkultur untersucht werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten zur Grundlage eines Tierexperiments gemacht werden. Es wurden wegweisende Ergebnisse zur Risikobewertung von `nicht-dioxinartigenA PCBs erwartet, die als Grundlage für ein Äquivalenzkonzept für diese Stoffklasse, wenigstens bezüglich der Tumorpromotion in der Leber, dienen könnten.