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Perfluorierte Tenside (PFT) - Bedeutung für Mensch und Umwelt

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Wildner, Laura

2012

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Beschreibung

Perfluorierte Tenside (PFT) stehen seit dem Frühjahr 2006 im Fokus der Öffentlichkeit, als im Hochsauerlandkreis (NRW) stark erhöhte Konzentrationen in Ruhr und Möhne gemessen worden waren. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden PFT über 50 Jahre lang in verschiedenen Industriezweigen eingesetzt und galten nicht als umwelt- oder gesundheitsschädlich. Nach diesem Skandal wurden die PFT anders wahrgenommen und Versuche an verschiedenen Tieren belegten eine moderate akute Toxizität, sowie ein kanzerogenes Potential. Trotz dieser Erkenntnisse gibt es bis heute keine gesetzlichen Regelungen zum Umgang mit den PFT und keine gesetzlich erlaubten Höchstwerte in den Medien Boden, Grund-, Trinkwasser und Oberflächengewässern. Es existieren lediglich Richtlinien und Empfehlungen, an die sich aber nicht zwingend gehalten werden muss.
Ein weiteres großes Problem stellt die ubiquitäre Verbreitung dar. Selbst in Blutproben von Eisbären in der Arktis wurden erhöhte PFT-Konzentrationen gemessen. Aufgrund dieser Befunde wird nach möglichen Ersatzstoffen gesucht - bislang aber ohne ein geeignetes Ergebnis. Auch die Analytik befindet sich noch in der Entwicklung, da die PFT mit den bekannten Methoden nicht immer präzise in den Proben nachzuweisen sind.
Eine besondere Gefahr stellen die PFT im Grundwasser dar, da diese mikrobiologisch nicht abgebaut werden können. Als Sanierungsmethode für Grundwasserschäden wird bislang die Pump-and-Treat-Methode mit anschließender Wasserreinigung über Aktivkohlefilter oder Ionenaustauscher angewandt.

Im Rahmen eines zweimonatigen Berufspraktikums im Referat 22 "Boden, Altlasten" bei der LUBW entstand eine Zusammenfassung über PFT als fachliche Grundlage für den Umgang mit PFT im Grundwasser, Oberflächengewässer und Boden. Die Verfasserin, Laura Wildner, studiert im fünften Semester "Umweltgeowissenschaften" an der Universität Trier.