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Anwendung von Flockungsverfahren bei der Regenwasserbehandlung

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Bondareva, O.; Krauth, Karl-Heinz

2000

Projektbericht - Abschlussbericht

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Beschreibung

Infolge des heutigen hohen Bebauungsgrades von Siedlungsflächen muß der größte Teil der anfallenden Niederschläge künstlich abgeleitet werden.

Die Entwässerung in Deutschland erfolgt vorwiegend mittels Mischverfahren: sowohl häusliches, gewerbliches und industrielles Schmutzwasser als auch der Regenabfluß von Dach- und Verkehrsflächen werden gemeinsam in einem Mischwasserkanal in der Regel im freien Gefälle aus dem Einzugsgebiet zur Kläranlage abgeleitet.

Um die stoffliche Belastung der Gewässer bei Regen zu vermindern, wird der erste Teil des hoch verschmutzen Mischwassers in den im Kanalnetz angeordneten Regenüberlaufbecken bzw. Stauraumkanälen zwischengespeichert. Nur die nachfolgenden Zuflüsse werden über die Entlastungsbauwerke in den Vorfluter geleitet. Als erste Richtlinie für die Regenwasserbehandlung im Mischsystem diente das ATV-Arbeitsblatt A 128 (1977).

Um die Behandlung der Regenabflüsse zu verbessern, erschien im Jahr 1992 eine neue Fassung des ATV-Arbeitsblattes A 128. In dieser Fassung wird in Abhängigkeit von der Gewässersituation zwischen dem Normalfall und weitergehenden Anforderungen unterschieden. Neben der Zwischenspeicherung schreibt sie die klärtechnischen Maßnahmen vor der Einleitung in den Vorfluter vor und gibt neue Bemessungsvorgaben für die Regenüberlaufbecken.

Durch den Einbau von Durchlaufbecken in das Kanalnetz, die eine mechanische Reinigung des Entlastungsabflusses bewirken, läßt sich die in die Gewässer ausgetragene Fracht reduzieren. Nach letzten Erkenntnissen (Schäfer et al. (1997)) sollte jedoch das Sedimentationspotential von Durchlaufbecken weiter ausgeschöpft werden, um die gesamte Mischwasserbehandlung zu verbessern. Für einen effektiven Gewässerschutz reicht es nicht aus, nur das der Kläranlage zugeführte Abwasser weitergehend zu reinigen, sondern auch die Stofffracht aus Regenwasserentlastungen muß minimiert werden.

Mit diesem Forschungsvorhaben wurde im halbtechnischen Maßstab die Verbesserung des Stoffrückhaltes von Durchlaufbecken mittels Flockungsverfahren ohne und mit Lamelleneinbau zur Optimierung der Partikelabscheidung untersucht.