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Überwachung der baden-württembergischen Umgebung kerntechnischer Anlagen auf Radioaktivität

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2012

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Beschreibung

Die Radioaktivitätsüberwachung in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen wurde auch im Jahr 2011 durch die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) durchgeführt. Die Ergebnisse im sind im folgenden Bericht dargestellt. In Baden-Württemberg befinden sich die Kernkraftwerke Neckarwestheim und Philippsburg mit angrenzenden Brennelementzwischenlagern sowie das Karlsruher Institut für Technologie - Campus Nord. Im gleichen Umfang wie die laufenden Kernkraftwerke wird das im Mai 2005 stillgelegte Kernkraftwerk Obrigheim überwacht, das derzeit rückgebaut wird. Nahe der Grenze liegen die schweizerischen Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt und das französische Kernkraftwerk Fessenheim, die ebenfalls überwacht werden. Die Überwachung umfasst die Messung der Gamma-Ortsdosis, der Aerosole und des Niederschlags in der Umgebung. Des Weiteren werden Boden, Bewuchs, pflanzliche Nahrungsmittel, Milch, Oberflächenwasser, Sedimente, Fische und Trinkwasser untersucht. Je nach Medium werden die Proben ganzjährig oder saisonabhängig eingeholt. Das Erdbeben am 11. März 2011 vor der Ostküste Japans und der folgende Tsunami verursachten eine Reaktorkatastrophe mit einer erheblichen Freisetzung von radioaktiven Stoffen. Wegen der großen Entfernung nach Japan bestand für die Bevölkerung in Deutschland keine Gefährdung. Dennoch wurden im Frühjahr 2011 mit hochempfindlichen Messsystemen in der Luft, im Niederschlag und auf Bewuchs Radionuklide festgestellt, die aus Japan stammen und mit der Luft nach Europa transportiert wurden. Deren Aktivität war derart gering, dass eine Erhöhung der resultierenden Strahlenexposition auszuschließen ist. Abgesehen von kurzfristigen Auswirkungen der Ereignisse in Japan werden in einigen Proben Spuren künstlicher Radionukliden nachgewiesen. So spiegeln sich in den Messergebnissen noch schwach die langlebigen Nuklide der früheren oberirdischen Kernwaffenversuche und des Reaktorunfalls von Tschernobyl wider. Auch Spuren der genehmigten Ableitungen aus dem Betrieb der Anlagen waren in Einzelfällen, vor allem im aquatischen Bereich, nachweisbar. Die Messwerte der Gamma-Ortsdosis liegen im Bereich der durch natürliche Radioaktivität bedingten Untergrundstrahlung. Alle Werte liegen in unbedenklichen Größenordnungen und sind für die Strahlenexposition der Bevölkerung bedeutungslos.