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Fledermäuse und Windkraft im Wald

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2016

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Beschreibung

In Baden-Württemberg findet der Ausbau der Windenergie derzeit oftmals in Wäldern statt. Dabei muss bedacht werden, dass der Wald einen wichtigen Lebensraum darstellt und sein Verlust für viele Arten gravierender sein kann, als das eigentliche Kollisionsrisiko.

Dieses Buch beschreibt anhand regionaler Forschungsprojekte wie windkraftsensible Fledermausarten den Wald nutzen. Faktoren wie Jahreszeit, Höhe, Windgeschwindigkeit und Temperatur werden art- bzw. rufgruppen­spezifisch evaluiert, um anhand der Raum-Zeit-Verteilung der Fledermausaktivität geeignete Schutzmaßnahmen für die spezielle Situation im Wald ableiten zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in dezidierten Steckbriefen zusammengefasst.

Des Weiteren erfolgt eine nähere Betrachtung spezieller phänologischer Aspekte der Aktivität besonders betroffener Arten wie dem Kleinabendsegler, der Mopsfledermaus und der Zwergfledermaus. Darüber hinaus werden Populationsstrukturen, Verwandtschaftsverhältnisse und Verbreitungsmodelle untersucht und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Entwicklung von Populationsmodellen diskutiert.

Zusammenfassend wird die Bedeutung einer geeigneten Erfassung als Grundlage zur Bewertung und zur Umsetzung möglicher Vermeidungs- und Ausgleichsmaß­nahmen herausgestellt. So wurde insbesondere die Bedeutung aller Quartiere, seien es Wochenstuben-, Balz-, Schwärm- oder Winterquartiere unterstrichen und auf die hohe Konfliktträchtigkeit des Ausbaus der Windenergie in älteren Wäldern hingewiesen. Es werden gezielte Empfehlungen für Erfassungen und Maßnahmen beim Bau von Windenergieanlagen im Wald gegeben, die Behörden und Vorhabensträgern als Grundlage für die Prüfung und Bewertung von Fledermausvorkommen in Wäldern dienen sollen.