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Praxishandbuch zur Samengewinnung und Renaturierung von artenreichem Grünland

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2011

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Beschreibung

Seit etwa Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden viele Wiesen intensiviert. Vor allem hohe Stickstoffgaben ermöglichten eine hohe Schnitthäufigkeit von bis zu sechs Schnitten pro Jahr bei Erträgen von insgesamt bis zu 120 dt Trockenmasse pro ha und Jahr gegenüber ca. 60 dt beim Extensivgrünland. Eine derart intensive Nutzung ertragen nur wenige Pflanzenarten, vor allem Gräser. Ein drastischer Rückgang der Blumenwiesen war die Folge. Andere Ursachen des Rückgangs waren beispielsweise Umbruch zu Ackerland, Aufforstung oder Sukzession wegen Nutzungsaufgabe.

Das vorliegende Praxishandbuch widmet sich der Herstellung von artenreichem Grünland aus unterschiedlichen Ausgangsstadien. Es behandelt die Aspekte Spenderflächen für artenreiche Samenmischungen, Erntemethoden, Vorbereitung der Empfängerflächen, Methoden der Übertragung, Pflegemaßnahmen und Folgenutzung. Eigene Kapitel zu Qualitätsstandards für direkt geerntetes Ausbringungsgut (z.B. Samen, Heu, Wiesendrusch) wie etwa das Samen-Spreu-Verhältnis oder das Gras-Kräuterverhältnis, zur Planung der praktischen Umsetzung bei unterschiedlichen Methoden und Zielen der Begrünung, eine ausführliche Beschreibung vieler Praxis-Beispiele sowie ein Musterleistungsverzeichnis mit den Kostenspannen für die verschiedenen Positionen komplettieren die Zusammenstellung.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sind laut § 40 Behörden und Anwender angehalten, bei Ansaaten oder Anpflanzungen in der freien Landschaft autochthones Material zu verwenden - sofern dieses verfügbar ist. Bis zum 1. März 2020 gilt als Übergangsregelung, dass vorzugsweise gebietseigenes Saatgut oder Pflanzmaterial verwendet werden soll. Um diesem Anliegen beispielsweise bei der Begrünung von Dämmen oder Böschungen nachkommen zu können, ist das vorliegende Handbuch bestimmt eine wertvolle Hilfe.