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Wacholderheiden

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1995

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Beschreibung

Wandern durch eine Wacholderheide an einem Spätsommermorgen ist ein besonderes Erlebnis: An den säulenförmigen Wacholderbüschen blinken Tautropfen im ersten Sonnenlicht. Die Luft riecht würzig nach Thymian und anderen Kräutern, Enziane und Silberdisteln leuchten aus der schon bräunlich gefärbten Pflanzendecke. Gegen Mittag, wenn die Sonne Luft und Boden erhitzt hat, erwacht die Insektenwelt zu vollem Leben: bei jedem Schritt springen Heuschrecken zur Seite, Bläulinge, Scheckenfalter und Widderchen flattern von Blüte zu Blüte, zahlreiche Fliegen, Bienen und Hummeln erfüllen die Luft mit Summen. Dieses für den Lebensraum Wacholderheide so typische Insektenkonzert sowie die bunte Blütenpracht fehlen den intensiv bewirtschafteten Fettwiesen. Der Dichter EDUARD PAULUS fing 1873 die Stimmung in einer Wacholderheide mit den folgenden Worten sehr treffend ein: „Am stimmungsvollsten sind sie im Herbst, wenn aus den kurzen, sonnverbrannten Rasen noch blaue Glocken und Gentianen und rote Skabiosen blühen, die weitoffenen, großen weißstrahlenden Blumenkronen der stengellosen Silberdistel wie lauter Sonnen auf der Heide liegen. Über den Steinbrocken stehen hohe Büsche von Schlehdorn, Weißdorn und wilden Rosen, voll von kleinen, tieffarbigen, den Winter überdauernden Früchten. Und hoch im Abendhimmel schwimmt reglos in der unsäglichen Stille goldglänzend ein Weih." Pflanzensoziologisch gehören die meisten Wacholderheiden zum Enzian-Schillergras-Halbtrockenrasen (Gentiano-Koelerietum). Nur diese sind Gegenstand der vorliegenden Broschüre. Die mit Wacholder bestockten Weideflächen auf saurem Boden wie beispielsweise Flügelginsterweiden sind zwar auch „Wacholderheiden", werden jedoch in der Broschüre „Magerrasen" behandelt. Eine genaue Definition des Biotops „Wacholderheide" findet sich in der Anlage zum baden-württembergischen Biotopschutzgesetz (siehe Anhang).