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Rote Liste der Schwebfliegen Baden-Württembergs

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2001

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Beschreibung

Schwebfliegen kommen in großer Zahl in fast allen terrestrischen Lebensräumen vor. Dennoch spielen sie bisher in der praktischen Naturschutzarbeit eine untergeordnete Rolle. Verglichen mit anderen Tiergruppen, wie den Tagfaltern, Laufkäfern oder Wildbienen, werden sie nur selten im Rahmen raumrelevanter Planungen berücksichtigt. Dabei decken sie wie keine andere der häufiger untersuchten Gruppen ein breites Spektrum unterschiedlicher Lebensweisen ab. Während die Imagines der meisten Arten eifrige Blütenbesucher sind und eine wichtige Funktion als Bestäuber ausüben, zeichnen sich die Larven durch eine hohe Diversität von Lebensstrategien aus. Die phytophagen Arten minieren in Stängeln, Wurzeln oder Blättern, befallen unterirdische Speicherorgane von Pflanzen oder zapfen das Kambium von Nadelbäumen an. Manche Arten leben in den Fruchtkörpern von Pilzen. Saprophage Arten nutzen abgestorbene feuchte Pflanzen, an organischem Material reiche Gewässer (Pfützen, Teiche, wassergefüllte Baumhöhlen, etc.), leben in Schleimflüssen von Bäumen, in sich zersetzendem Holz, in Säugerkot oder ernähren sich vom Abfall in Wespen- und Hummelnestern. Die zoophagen Vertreter fressen Blattläuse, Raupen, Wespen- oder Ameisenbrut. Schwebfliegen findet man in praktisch allen terrestrischen Lebensräumen, im Wald ebenso wie auf Äckern und im Grünland, auf Sandrasen wie im Hochmoor. In Mitteleuropa sind die meisten Arten eher in frischen bis feuchten Lebensräumen zu finden, Wälder und andere gehölzreiche Lebensräume sind artenreicher als ganz offene Biotope. Einen für interessierte Laien geschriebenen Überblick über die Lebensweise der Schwebfliegen hat SCHMID (1996) veröffentlicht. Baden-Württemberg liegt inmitten eines Verbreitungsschwerpunktes der Familie. Von den weltweit ca. 6.000 beschriebenen Arten kommen über 500 in Mitteleuropa vor, darunter etliche in den Alpen endemische Arten. Mit etwa 400 Arten ist Baden-Württemberg, verglichen mit anderen Gebieten ähnlicher Größe, sehr reich an Schwebfliegen. Die erste Fassung einer Roten Liste der Schwebfliegen Baden-Württembergs wurde von DOCZKAL et al. (1993) veröffentlicht. Eine Überarbeitung ist angebracht, um den neu gefassten Definitionen der Gefährdungs-Kategorien Rechnung zu tragen. Außerdem hat sich der Kenntnisstand über diese Tiergruppe inzwischen beträchtlich erweitert, sowohl hinsichtlich ihrer Situation in Baden-Württemberg als auch der Kenntnis der Lebensweise vieler Arten. Mit dieser zweiten Fassung wird versucht, sich dem Vorschlag von SCHNITTLER et al. (1994) anzunähern, der den Einstufungsprozess durch festgelegte Kriterien operationalisiert. Damit werden die Einstufungen transparenter gemacht.