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Sonderuntersuchungsprogramm an PRTR-berichtspflichtigen Kläranlagen

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2021

Projektbericht - Projektbericht

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Beschreibung

PRTR steht für Pollutant Release and Transfer Register. Ein solches Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister informiert online auf europäischer Ebene z.B. über Schadstoffe, die von großen Industriebetrieben freigesetzt werden. Auch für Kläranlagen mit einer Ausbaugröße über 100.000 Einwohnerwerten besteht entsprechend der PRTR-Verordnung (EG) Nr. 166/2006 vom 18. Januar 2006 eine Berichtspflicht über die Freisetzung bestimmter Schadstoffe nach den Richtlinien 2008/105/EG und 2013/39/EU.

Bisherige Ergebnisse zeigten, dass bei den PRTR-Daten eine hohe Variabilität bzgl. der angewandten Probenahmestrategie und Sensitivität der Analyseverfahren besteht. Dies kann oft zu einer fehlerhaften Einschätzung bei der Bilanzierung von Stoffströmen aus kommunalen Kläranlagen führen. Um valide und vergleichbare Ergebnisse aus künftigen Messkampagnen zu erhalten, wurden in einem durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Länder geförderten Forschungsvorhaben „Handlungsempfehlungen zur Probenahmestrategie und Analyseverfahren für prioritärer Stoffe in urbanen Entwässerungssystemen“ (Lambert u. a. 2014) entwickelt.

Damit die tatsächliche Emissionssituation für kommunale Kläranlagen in Baden-Württemberg angemessen erfasst und auf den jeweiligen Standort bezogene valide Daten ermittelt werden können, wurde durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ein Sondermessprogramm unter Anwendung der entwickelten Handlungsempfehlungen durchgeführt.

Zudem wurden im Rahmen dieses Vorhabens die bereits vorhandenen Emissionsfaktoren für die Schwermetalle Quecksilber, Cadmium, Nickel und Blei überprüft. Für weitere abwasserrelevante prioritäre Stoffe wurden erstmals Emissionsfaktoren abgeleitet.

Es haben sich insgesamt 35 Kläranlagenbetreiber dazu bereiterklärt an dem Sonderuntersuchungs-programm teilzunehmen. Um die Eliminationsraten für eine gewisse Anzahl an Kläranlagen bestimmen zu können, wurde zusätzlich an sechs Kläranlagen der Zulauf untersucht. Die Analytik und die Berichtserstellung wurden zentral vom TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser und die Gesamtkoordination von der LUBW durchgeführt.