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Per- und polyfluorierte Verbindungen im Ablauf von kommunalen Kläranlagen und Galvanotechnikbetrieben in Baden-Württemberg

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2021

Fachdokument (allgemein) - Bericht

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Beschreibung

Per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS) sind beständige Stoffe die u.a. in Galvanikbetrieben als Netzmittel eingesetzt werden, um die Oberflächenspannung herabzusetzen und um das Ablaufverhalten der Flüssigkeiten zu verbessern. Viele PFAS sind toxisch, bioakkumulierend, karzinogen und persistent und werden zunehmend reguliert bzw. substituiert. Auch bei einem Verwendungsstopp ist mit erheblichem Nachlaufen der Gewässerbelastung bspw. durch Indirekteinleiter auch über kommunale Kläranlagen zu rechnen.
 

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, Informationen über die Konzentrationen an 22 verschiedenen per- und polyfluorierten Verbindungen (PFAS) im Ablauf von 81 Galvanikbetrieben sowie 43 zugeordneten kommunalen Kläranlagen zu erlangen.Nur in fünf der 81 Galvanikabwässer wurden keine PFAS gefunden. In der Mehrzahl der untersuchten Proben wurden ein, zwei oder drei Einzelstoffe nachgewiesen. Die Konzentrationen der nachgewiesenen PFAS-Einzelstoffe in den untersuchten Galvanikabwässern bis zu Werten von mehr als 1000 µg/L.

In den kommunalen Abwässern wurden im Mittel weniger PFAS-Einzelstoffe und vor allem deutlich geringere Konzentrationen an PFAS als in den Abwässern aus den Galvanikbetrieben gefunden. Die Konzentrationen reichen von Gehalten im Bereich der analytischen Bestimmungsgrenze (0,050 µg/L) bis zu mehreren µg/L. Im Vergleich mit der Umweltqualitätsnorm (UQN) für PFOS nach Wasserrahmenrichtlinie von 0,00065 µg/L, liegen die Emissionen aus den Abläufen der kommunalen Kläranlagen relativ hoch. Selbst bei einer Verdünnung des Abwassers um einen Faktor 100 würden nur neun Kläranlagen so wenig PFOS emittieren, dass die Konzentration von 0,00065 µg/L unterschritten werden könnte. In der Summe emittieren die betrachteten 27 kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg mehr als 40 kg PFAS pro Jahr in die Umwelt.

Für die Analytik der 22 PFAS-Einzelsubstanzen auf Basis von Wochenmischproben, die Logistik für den Probentransport und die Zusammenstellung der Ergebnisse wurde das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser beauftragt.